Motorradfahren im Pulk : Stillschweigender Haftungsausschluss möglich !

  • Moin!


    Das ist jetzt als ein Urteil des OLG vom 18.08.2015 dargestellt, aber diese Rechtsprechung ist
    gradlinig schon so seit mindestens 15 Jahren. Denn mir ist das bereits schon vor 2003 bekannt
    geworden, weil im Harleyclub damals auf einer Ausfahrt gen Mosel ein ähnlicher Fall passierte
    und die Klage mit der Begündung auf einen "stillschweigenden Haftungsausschluss" abgewiesen
    wurde.
    Hier ging es aber damals nicht um ein Auffahren bei zu geringem Abstand! Sondern an einer
    Abbiegung von einer Neben- auf eine Hauptstraße fuhr der Vordermann an, merkte plötzlich nach
    1-2 Metern, daß er zu wenig Speed hatte, um sich -wie von ihm gedacht- zwischen 2 Autos zu
    quetschen, und er bremste stark bis zum Stillstand ab. Der Hintermann vertraute darauf, daß der
    Vordermann nicht bremsen würde, krachte dem hinten rein und es gab eine Menge teuren Schrott
    und 3 Verletzte.
    Der Hintermann verklagte den Vordermann, der Vordermann den Hintermann - und der Klage wurde
    nicht statt gegeben, weil sie sich "permanent vorsätzlich nicht verkehrsgerecht verhalten hätten".
    Diese Fahrweise begründe den "stillschweigenden Haftungsausschluss" untereinander.
    Wie gesagt, daß war schon irgendwann zwischen 2000 und 2003...


    Darum empfehle ich immer VOR Antritt der Kolonnenfahrt, das der Tourguide ein "Briefing" mit
    den Fahrern macht, das "versetze Fahren" auf Landstraßen und BAB, striktes Überholverbot in
    der Kolonne und ganz besondere Vorsicht an Ampeln und Kreuzungen, wenn der Vordermann
    losrauscht...
    Und ich bin froh, daß in meiner Zeit bei unseren Kolonnenfahrten alles immer gut gegangen ist.
    Wenn ich da z.B. an die damalige Pyrenäentour denke, die echt "heiß" war...
    Unsere Schutzengel konnten halt gottoderwemseisgedankt immer mithalten! :ja:
    .

    Beste Grüße vom M i k e - :posi4:


    Soll ich Laufen und Sprechen gelernt haben,
    um später dann zu kriechen und die Klappe zu halten?

    NICHT WIRKLICH ! :D



  • Das bedeutet in der Praxis, dass man bei der Schadenschilderung für die Versicherung möglichst nicht erwähnt, dass der Unfall im Rahmen einer Ausfahrten erfolgte. Sonst bleibt man auf seinem Schaden sitzen. Auch das "Briefing" ist eher schädlich, man sollte - zumindest formell - auf die Einhaltung der Sicherheitsabstände pochen, damit im Schadensfall es eben keine Haftungsausschüsse gibt.

    Viele Grüße aus Rodenbach


    Rudi


    sm.laola
    1998-2000 Hexagon125 (18Tkm), 2000-2002 Burgman400 (27Tkm), 2002 b.a.w. Burgman650 K3 (z.Z. 89Tkm)
    Es geht viel besser, wenn wir nicht versuchen, den Wind zu ändern, sondern daran arbeiten, die Segel richtig zu setzen (frei nach Aristoteles).